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Epoche:
3. Reich und 2. Weltkrieg (1933-1945)

Datum Ereignis

05.06.1933

Erster Pfingstritt mit rund 250 Reiter aus dem gesamten Goldenen Grund von Niederbrechen zur Berger Kirche. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Bergen

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Berger Kirche

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

Dirichs, Ferdinand

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Kirche

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Pfingstritt

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Themenfelder

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Quelle

05.3 Kirche - Veranstaltungen/Kirchliches Leben

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Pfingstritt

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Unser Heimatbuch, Müller (1967), S. 161; Aus der Geschichte von Werschau, Gensicke (1985), S. 19; Schulchronik Werschau

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> ausführlichere Ereignisbeschreibung

Am Pfingstmontag, 05.06.1933 findet auf Anregung des Jungmännerverbandes (katholische Landjugend), vom Diözesanpräses der Jungmännervereine und späteren Bischofs Ferdinand Dirichs sowie vom Landwirt Josef Sahl (Villmar) der erste Pfingstritt nach Bergen in Prozession mit Andacht und Segnung der Pferde und unter großer Beteiligung aus dem ganzen Goldenen Grund statt

250 Reiter (260 Pferde - Quelle: Kirchenchronik Werschau, Seite 66 - bzw. 265 Pferde - Quelle: Nassauer Bote von 07.06.1933 - ) sind es, die betend und singend zur Berger Kirche ziehen, wo die Pferde gesegnet werden und eine Andacht mit Predigt gehalten wird. An dieser Andacht nehmen 2.000 Gläubige teil. Die Zahl der Pferde nimmt in den folgenden Jahren einmal bis zu 700 zu.


21.12.1933

Feierliche Einweihung der erweiterten und erneuerten Pfarrkirche in Oberbrechen durch Bischof Antonius Hilfrich. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Oberbrechen

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Kirche (OB)

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Pfarrgemeinde (OB)

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

Hilfrich, Antonius (Bischof von Limburg)

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Kirche

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Bauwerk/Gebäude - Einweihung

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

11.1 Bauwerke - Kirche

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Hilfrich, Antonius

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Geschichte von Oberbrechen, Gensicke/Eichhorn (1975), S. 264, 130; Pfarrchronik Werschau

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30.09.1934

Erntedankfest in Oberbrechen mit feierlicher Prozession von der Schule zur Kirche; Schulmädchen tragen Blumenkränze und weiße Kleider, die große Mädchen tragen einen Erntekranz. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Oberbrechen

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Pfarrgemeinde (OB)

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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3. Reich

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Erntedankfest

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Pfarrchronik Oberbrechen 1911-1995, S. 051

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06.09.1937

Dem Oberbrechener Pfarrer (wie auch den übrigen Geistlichen im Kreis Limburg) wird durch den Kreisschulrat in Limburg die Erteilung von "schulplanmäßigem Religionsunterricht" verboten; die daraufhin durch den Bischof angeordnete "Pfarrstunde" (Seelsorgestunde) außerhalb der Schule findet in Oberbrechen einen regen Zuspruch. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Oberbrechen

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Pfarrgemeinde (OB)

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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3. Reich

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Kirche

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Religionsunterricht

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Pfarrchronik Oberbrechen 1911-1995, S. 57, 93

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> ausführlichere Ereignisbeschreibung

"An allen Schulen sind zur Erteilung des schulplanmäßigen Religionsunterrichtes in erster Linie die dazu auf Grund der vorgeschriebenen Prüfungen befähigten und zur Übernahme dieses Unterrichtes bereiten Lehrer und Lehrerinnen heranzuziehen. Mit sofortiger Wirkung sind die Geistlichen, die seither schulplanmäßigen Religionsunterricht erteilten, durch Lehrer und Lehrerinnen zu ersetzen." (Quelle: Schreiben des Kreisschulrates in Limburg an die Geistlichen im Kreis vom 06.09.1937)


01.09.1939

Der zweite Weltkrieg beginnt; die ersten Meldungen über im Krieg gefallene Soldaten erreichen die Familien. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Sonstiges

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Das Dorf, die Menschen und die Zeit, Rudi Becker (1985, unveröffentl. Manuskript), S. 04

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Dez. 1939

Die ersten polnische Kriegsgefangenen kommen nach Niederbrechen; ein Kriegsgefangenenlager ist im Gasthaus "Schwarzes Ross" eingerichtet. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Niederbrechen

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Gasthaus Zum Schwarzen Ross (NB)

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Gasthaus Zum Schwarzen Ross

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Kriegsgefangene

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Festschrift "75 Jahre MGV Frohsinn Niederbrechen" (1987), S. S. 70; handschriftl. Chronik Rudi Becker, S. 08

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Frühjahr 1943

In Oberbrechen müssen für Kriegszwecke drei 3 Glocken ohne Entschädigung abgegeben werden, die kleine Glocke (von 1925) bleibt erhalten; ebenfalls sind abzugeben "einige Leuchter aus Messing und zwei Kronleuchter ohne künstlerischen Wert". >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Oberbrechen

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Kirche (OB) - Glocken

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Pfarrgemeinde (OB)

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Kirche

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Geschichte von Oberbrechen, Gensicke/Eichhorn (1975), S. 133; Pfarrchronik Oberbrechen 1911-1995, S. 082

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Ende 1944

In Werschau müssen über 100 Personen aus Frankfurt und anderen Städten untergebracht werden, die meist ihr ganzes Hab und Gut bei Fliegerangriffen verloren haben. Der Schulunterricht wird fast täglich durch Fliegeralarm unterbrochen. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Werschau

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Schulchronik Werschau

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> ausführlichere Ereignisbeschreibung

Gegen Ende des Jahres 1944 wird es immer schlimmer. Tiefflieger beunruhigen besonders die Landbevölkerung. Aus den Großstädten werden nun die älteren Leute und Frauen evakuiert, während die arbeitsfähigen Menschen – ganz gleich ob Mann oder Frau – an ihren Arbeitsplätzen verbleiben müssen. Auch in Werschau müssen über 100 Personen aus Frankfurt und anderen Städten untergebracht werden. Sie haben meist ihr ganzes Hab und Gut bei Fliegerangriffen verloren. Sie bringen außer ein paar geretteten Habseligkeiten nur das mit, was sie auf dem Leibe tragen. Ihre Unterkunft ist auch hier meist sehr beschränkt und führt zu manchen Unzuträglichkeiten.

Gegen Ende des Jahres kann von einem geregelten Unterricht nicht mehr gesprochen werden, da er fast täglich durch Fliegeralarm unterbrochen wird.

Den Heldentod sterben: Hermann Josef Ricker, Hermann Wilhelm Ricker und Anton Josef Göbel. Als vermisst werden gemeldet: Georg Weidenbusch, Heinrich Becker, Josef Schmidt, Heinrich Schmidt und Helmut Schila. (Quelle: Schulchronik Werschau)


27.03.1945

Amerikanische Truppen erreichen von Villmar her kommend Niederbrechen und beziehen am alten Kriegerdenkmal Posten. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Niederbrechen

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Kriegsende

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Pfarrchronik Niederbrechen 1877-1954

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> ausführlichere Ereignisbeschreibung

Dienstag, den 27.03.1945 morgens 7 Uhr fuhren 4 SS-Autos, unter dem Zeichen des roten Kreuzes, aber voll von bewaffneten SS Soldaten n Niederbrechen ein, um es zu verteidigen. Die SS erwartete die Amerikaner von Limburg her über die Frankfurter Straße. Die Panzersperre ward nicht geschlossen, da niemand es tun wollte. Vom Niederbrechener Volkssturm ist nichts zu sehen, denn mit dem Herzen ist ja doch keiner dabei. Die SS Soldaten bekommen auf einmal von den Leuten zugerufen: "Macht das ihr fortkommt, die Panzerspitze ist schon im oberen Dorf und kommt euch in den Rücken". Da ging es im Eiltempo in die Autos, auf die Spähtrupps ward nicht mehr gewartet und mit Vollgas ging es Richtung Oberbrechen. Wir waren gerettet. Die Amerikaner waren bei Aumenau über die Lahn, hatten Villmar besetzt und kamen von dort nach Niederbrechen, das nach Abzug der SS weiße Fahnen setzte. Wegen einiger zurückgebliebener SS Männer, die sich hinter einer Feldscheune am Dorfausgang verschanzt hatten, schoss die Panzerspitze diese in Brand. Beherzte Männer gingen mit weißen Fahnen den Amerikanern entgegen und machten ihnen klar, dass Niederbrechen von den Nazis nichts wissen wollte und keine deutschen Soldaten mehr da seien, da fuhren die feindlichen Panzerwagen bis zum Kriegerdenkmal und bezogen dort Posten. Schnell ist halb Niederbrechen um sie versammelt. Man ist froh, dass für Niederbrechen der Krieg aus ist und dass unser Dorf ohne größeren Schaden durchgekommen war, Deo Gratias! (Quelle: Pfarrchronik Niederbrechen 1877-1954)


27.03.1945

Die Amerikaner besetzen Werschau; bei Kämpfen an der Autobahn fällt ein Soldat aus der Steiermark, der auf dem Berger Friedhof beigesetzt wird. Die Amerikaner schießen in Werschau vier Scheunen in Brand und besetzen Werschau. Die Scheunen werden ein Raub der Flammen, weil anfangs niemand es wagen kann, den Schutzraum zu verlassen. Bei den Löscharbeiten unterstützt auch die Freiwillige Feuerwehr Niederbrechen. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Werschau

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Niederbrechen

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Freiwillige Feuerwehr Werschau

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Freiwillige Feuerwehr Niederbrechen

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Feuerwehrwesen

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Kriegsende

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Einsatz - Brandeinsatz

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Werschau im 2. Weltkrieg

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Pfarrchronik Werschau; Tagebuch Anton Klein (W)

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> ausführlichere Ereignisbeschreibung

Die Amerikaner schießen am 27.03.1945 in Werschau insgesamt 4 Scheunen der Familien Ricker (Ringstr. 17), Arnold (Ringstr. 15), Hilfrich (Hauptstr. 09) sowie Josef Arnold (In der Au, heute Anwesen Fam. Pafla) in Brand und besetzen Werschau. Die Scheunen werden ein Raub der Flammen, weil anfangs niemand es wagen kann, den Schutzraum zu verlassen. Beim Löschen hilft auch die Nachbarwehr aus Niederbrechen. Eine Frau, Elisabeth Weidenbusch, geb. Schmidt, geht auf Anruf der Amerikaner mit weißer Fahne zur Autobahn und gibt Aufklärung, dass die Bevölkerung keinen Widersteht leistet, worauf das Feuer eingestellt wird. 2 SS-Leute fallen in diesem Kampfe unweit des Ortes, wovon einer, Josef Grabner, neben der Pfarrkirche beerdigt wird, weil die Wache den Weg nach Bergen nicht frei gibt. Grabner hat in seinem Soldbuch die röm.-kath. Religion eingetragen. (Josef Grabner findet später schließlich doch auf Bergen seine letzte Ruhe!). Bald nach Ankunft am 27.03.1945 rollen die feindlichen Panzerwagen ins Dorf, was einen ernsten und beklemmenden Anblick bietet, wenn man auch das Ende der Kriegsschrecken wie der Naziknechtung begrüßt.


27.03.1945

In Niederbrechen wird "per Schelle" verkündet, dass die infolge zerstörter Gleise und einer zerstörten Lokomotive am Abstellgleis des Bahnhofs festsitzenden Waggons (vermutlich Bauwagen der militärischen Baugruppe "Todd") geräumt werden können; der Inhalt (vor allem Kleidung) findet rasch neue Besitzer. Auch das Warenlager der Bahn soll angeblich gleich "mitgeräumt" worden sein. Aus den "erbeuteten" Stücken werden über viele Jahre hinweg Kleidung erstellt, andere Waren werden getauscht, so dass man an dringend benötigte Dinge leichter herankommt. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Niederbrechen

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Kriegsende

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Erinnerung Zeitzeuge; handschriftl. Chronik Rudi Becker, S. 09

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27.03.1945

In Oberbrechen werden Zivilpersonen von Mitgliedern der Waffen-SS bedroht. Als amerikanische Aufklärungseinheiten von Weyer herkommend den Ort erreichen, kommt es zu Schießereien mit den SS-Truppen, bei denen ein SS-Mann erschossen wird. Die Amerikaner verlassen das Dorf zunächst wieder. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Oberbrechen

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Kriegsende

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Pfarrchronik Oberbrechen 1911-1995, S. 089, 198; Geschichte von Oberbrechen, Gensicke/Eichhorn (1975), S. 145

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> ausführlichere Ereignisbeschreibung

"Tag der Befreiung für Oberbrechen": Morgens erscheinen SS-Truppen, beginnen im Wäldchen am Stein ein Lager zu errichten und wollen Oberbrechen verteidigen; Bürgermeister Jakob Schupp, der sie zum Abzug bewegen möchte, wird von SS-Leuten mit der Schusswaffe bedroht. Als ein amerikanischer Aufklärungsflieger über dem Ort erscheint, werden weiße Fahnen ausgehängt. Gegen 15:00 Uhr kommen vier amerikanische Spähwagen aus Richtung Weyer; in Höhe des Schwesternhauses kommt es zu einer Schießerei (vermutlich mit SS-Leuten, die sich in das Wäldchen am Stein zurückziehen wollen); die einem SS-Offizier das Leben kostet. Der Spähtrupp zieht sich danach wieder Richtung Weyer zurück. (Quelle: Pfarrchronik Oberbrechen 1911-1995, S. 089, 198)


28.03.1945

Größere amerikanische Truppenverbände besetzen Oberbrechen. >Details

Ort

Örtlichkeit

Institution

Oberbrechen

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Person

Deskriptor

Schlagwörter

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Krieg - 2. Weltkrieg

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Kriegsende

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Themenfelder

weiterführende Links

Quelle

02.2 neue Geschichte - 1933-1945 (3. Reich + 2. Weltkrieg)

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Pfarrchronik Oberbrechen 1911-1995, S. 085, 086

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