Abschrift einer Urkunde vom 10.11.1588, in der dem Niederbrechener Pfarrer Trevir ein 18 Fuß langer, 16 Fuß breiter Bauplatz vom kurfürstlichen Burgplatz in Niederbrechen als Erblehen überlassen wird

Im Namen und von wegen des Hochwürdigsten in Gott Fürsten und Herns, Hern Johannen Ertzbischoffs zu Trier und Churfürsten unsers gnedigsten Herns, Thun wir Gerhardt von Heiden zor zeitt Irer Churfürstlichen Gnaden und deroselben Ertzstiffts Ambtman zu Limpurg, Vilmar und Camberg, und Max Schwan, Kelner zu Limpurg, kundt, menniglichen, offentlich hiemit bekennende, daß wir, uff (wie er Kelner berichtet) gnedigst empfangenen beuelch Hochstgemelt Irer Churfürstlichen Gnaden und dero nachkommen Ertzbischoffen wegen, zu rechtem, steten, ewigen Erb, nach Erblehnsrecht gelihen haben und leihen wissentlich in krafft dieses brieffs den Ehrwürdigem und Ersamen Hern Philipßen Treuiro Pastorn, Hanß Georgen Bach, Guthen Eheleuthen, Chumen Widerholten, Scholtheißen zu Schloßbrechen, Mareyen Feyerabendin Eheleuthen und Endreßen Wirneren und Mergen Eheleuthen, alle wonhafftig zu Nidern Prechen, allen Iren Erben, Erbnehmen und Nachkommen, an Höchstgemelt Irer Churfürstlichen Gnaden Burck Platzerm zu Nidern Prechen, hinder der Kirchenn an der Rinck Mauren gelegen, den ort Platzes zwuschen der Pfordten und Pfeilernn, uff vorangeregter Irer Churf. G. Burck, Achtzehen Schue lang und Sechtzehen schue breitt, ungeuer (daß doch sie die gereumliche Imfarth nicht verbahwen, versperren, inziegen oder verengen) fur ledig unbeschwerth, Ime Hern Pastor und Eheleuthen obbemelt, forthin zu gemeinen iren prauch und urbar, nach Erbrecht inzuhaben, zu nutzen und zu niessenn, umb vier alb, jeden alb zu acht Pfennigen gerechnet, wie im Ertzstifft Trier genge und gebe ist, rechtes Jarlichs und ewiges grundt du Erbzinzes, wie sie Hochstged. Irer Churfürst G. und derenselben Nachkommenden Erzbischouven furhin ewiglich alle Jar, jedes Jars besonder, uff St. Martins Tag unverzug und gepferde, einem jeden zor zeit Ihrer Churf. G. Kelner uff dem Schloß Limpurg, aus einer alleinigen handt, in seinen gewarsam liebern, zinsen, richten, gebenn und dieselbe Platz in der lengden und breittenn (doch in alle wege der farth unverhinderlich, wie vorbemelt) zu Irem, irer Erben und Nachkommenden Erbnehmen gutem einheiligen gefallenenn verbahwenn und inß gemein niessen und nutzen sollen, ungetheilet, ungesündert und ohnverwechselet. Alles nach Erbs Recht, erbarlich, trewlich und ungeuerlich. Doch alles uff Irer Churfürstlichen Gnaden und dero Nachfahrenn gnedigste Ratification.

Zu urkunth dieses haben Ich Gerhardt von Heydenn Ambtman, mit sambt Max Schwanen Kelneren obgemelt, unsero angeborn adlichß, und respectie gewonlichs, grosss Insiegell hieran (och unß und unsern Erben in Alwege ohn schaden) thun hangen.

So geben und geschehen uff St. Martins des Heylkichen Bischoffs abent. In Jare unserer gnadenreichen erloesung, Achtzig und Acht, der minderer Jarzahll.

Quelle: Abschrift aus einem Copialbuch des Staatsarchivs Koblenz, veröffentlicht in: Heimatbuch von Niederbrechen (1925); S. 81-82

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