Zahlen zur Flurbereinigung Niederbrechen 1956-1967

Flurbereinigungsbeschluss: 1956

Planfeststellung: 1961

Schlußfeststellung:1967

Größe des Flurbereinigungsgebietes: 1.300 ha,

Größe der beitragspflichtigen Flächen: 1.260 ha

Zahl der Teilnehmer: 1.300.

 

Die Einnahmen von insgesamt 1.645.934,75 DM setzen sich wie folgt zusammen:

218.000,00          Darlehen

504.000,00          Beihilfen

  76.893,29          Zuwendungen

374.726,11          Leistungen der Teilnehmer

  76,724,50          Erlös aus Verkauf von Grundstücken

  10.485,20          Pacht von Masseland

379.869,60          Geldbeträge für Mehrabfindungen

    5.216,05          Habenzinsen

 

An Ausgaben entstanden 1.644.870,03 DM; sie setzen sich wie folgt zusammen:

177.691,60          Vermessungskosten

420.000,00          Ausbau der Feldwege mit bituminöser Decke (7 km)

331.273,98          anderer Wegebau (7,36 km)

  29.173,73          unbefestigte Wege (29 km)

  95.847,71          Arbeiten an Bachläufen und Dränage

  66.062,04          Sollzinsen, Entschädigungen, Büromaterial

  39.573,73          Schutzpflanzungen

    2.553,75          Bearbeitungsgebühren der Kreditinstitute

149.104,23          Minderabfindungen, Wirtschaftserschwernisse usw.)

255.550,76          Zinsen und Tilgung

  78.038,50          Ankauf von 11,15 ha Land

(Quelle: Mitteilungsblatt der Gemeinde Niederbrechen Nr. 1970/21 v. 26.08.1970)

Flurbereinigung 1957 - 1958 in Niederbrechen.

Da der sogenannte "Grüne Plan", ein Gesetz des Bundes und des Landes, die Flurbereinigung in den ländlichen Gemarkungen nicht nur vorsieht, sondern diese auch finanziell stark unterstützt, wurde auf Antrag der bäuerlichen Bevölkerung im Jahre 1956 die Flurbereinigung für die Gemarkung Niederbrechen beschlossen [lt. Information von Rudi Becker am 02.10.1956 mit einer Teilnehmerversammlung in der TV-Turnhalle].
Die Flurbereinigung dient dem Zwecke, die vielen auseinander liegenden Parzellen der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung in 2 höchstens 3 Ackerpläne zusammen zu fassen.
Des Weiteren wurde beschlossen, die weit von der Ortsmitte liegenden Gemarkungsteile durch landwirtschaftliche Aussiedler zu besiedeln. Durchgeführt wurde diese Maßnahme vom Kulturamt Limburg, ausführender technischer Beamter Regierungs-Verm.-Rat Marx, Vorsitzender des Umlegungsvorstandes der Teilnehmergemeinschaft Niederbrechen Ortslandwirt Höhler.
Nach vielen Beratungen, Ortsbesichtigungen usw. begann die Planzuteilung, die sich in der Gastwirtschaft Klein vollzog.
Jeder Grundstücksbesitzer bekam auf Grund genau ermittelter Wertschätzungen seines Eigentums dieselbe Werteinheit an Land wieder zugeteilt und nach Möglichkeit wurden seine Wünsche berücksichtigt.
Den größeren Grundstücksbesitzern wurden große Ackerpläne, Parzellen bis zu 300 m Länge, damit die modernen Erntemaschinen voll eingesetzt werden konnten, an der Peripherie der Gemarkung zugeteilt. Die kleineren Grundstücksbesitzer bekamen ihr Eigentum, wollten sie sich nicht an die Parzellen der Bauern wegen der Bestellung ihrer Äcker anlegen lassen, in die Nähe des Dorfes gelegt.
Die Planzuteilung wurde im Juni 1958, wenn auch oft unter vielen Einwendungen, Beschwerden, Schimpfen usw. beendet.
Während dieser Maßnahme wurde das gesamte in der Gemarkung befindliche Domänenland, zirka 740 Morgen, an die Bauernbetriebe, die ihren Besitz auf eine bestimmte Ackernahrung aufstocken wollten, verkauft.
Es ist wohl ein einmaliger Fall in der langen Geschichte unseres Heimatdorfes, daß an einem einzigen Tage 740 Morgen Land verkauft wurden.

Die Aufstockungsbetriebe.
Wie schon gesagt, vergrößerten diese bäuerlichen Einwohner ihr Eigentum auf eine bestimmte Größe.
Manche "Aufstocker" kauften 10, ja 16 Morgen Land an einem Tage. Ein Vermögenszuwachs, der sonst ein ganzes Leben lang nicht erreicht wurde. Um diesen Ankauf bezahlen zu können, gab der Staat eben aus dem "Grünen Plan" verbilligte Kredite.

Die Aussiedler.
Als erstes Aussiedlungsgebiet wurde das Berger-Feld, westlich der Autobahn bestimmt.
Hierhin siedelten aus:
1. Ortslandwirt Martin Höhler, Niederbrechen, Lindenhof
2. Ludwig Roth, Niederbrechen, Bergerhof
3. Josef Schmidt, Niederbrechen, Hubertushof
4. Elmar Rompel, Lindenholzhausen, Martinushof
5. Helmut Rompel, Lindenholzhausen, Marienhof
6. Willi Kaiser, Lindenholzhausen, Wendelinushof
Die 3 letzteren kamen wegen der Besitzverhältnisse in das Niederbrecher Aussiedlungsgebiet und wurden somit Niederbrecher Bürger.
Diese 6 Aussiedler bezogen im Sommer 1958 ihre Siedlerstellen.

Als zweites Aussiedlergebiet wurde das Barmbachtal bis an die Grenze von Villmar-Weyer bestimmt.
Hierhin siedelten aus:
1. Josef Adam Weier, Niederbrechen, Birkenhof
2. Anton Quoika, Niederbrechen, Kilianshof
3. Theo Heun, Niederbrechen, Hof Barmbach
4. Willi Höhler, Niederbrechen, Hof Bergfried
5. Heinrich Aug. Kremer, Niederbrechen, Wendelhof
Diese Aussiedlungen waren 1959 so weit fertig, daß die Ernte dort eingebracht werden konnte. Da sie noch nicht mit Wasser versorgt waren, weil die Gemeinde Villmar hierhin Wasser liefern sollte, wurden sie Ende des Jahres erst bezogen.

Als drittes Aussiedlergebiet wurde das Hochfeld bestimmt. Hier schließen sich zwei Niederbrechener Aussiedlungshöfe an die dort in der Gemarkung Lindenholzhausen stehenden 5 Aussiedlungshöfe an. Die Niederbrechener Aussiedler sind:
1. Josef Jak. Schneider, Niederbrechen, Wiesenhof
2. Walfried Schmitt, Niederbrechen, Hof Waldeck.
Diese Aussiedlerhöfe werden vom Hochbehälter der Pumpstation mit Wasser versorgt. Die Aussiedler im Bergerfeld von der Gemeinde Lindenholzhausen.

(Quelle: Gemeindearchiv Brechen/Mappe von Heinrich Runte, erstellt ca. 1958-1962)

 

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