Ernst Streubel

Geboren: 12.07.1932 in Prag

Gestorben: 27.04.2025

Die Kindheit verbrachte er in Gaßnau bei Pilsen, wo sein Vater als Chemiker tätig war. Nach Kriegsende wurde er im Mai 1946 im Zuge des Flüchtlingsstromes aus dem Osten mit seiner Mutter und zwei Schwestern nach Nordhessen (Schemmern, Krs. Eschwege) ausgesiedelt, besuchte das Realgymnasium „Friedrich-Wilhelm-Schule“ in Eschwege, wo er Ostern 1954 sein Abitur ablegte.

Nach 3-jährigem Studium am Pädagogischen Institut in Weilburg bestand er 1957 das 1. Lehrerexamen und kam sofort in den Schuldienst. Sein erstes Dienstjahr verbrachte er als „Wanderlehrer“. Die Stationen: Rüdesheim, Wollmerschied, Frickhofen, Breidenbach und Werschau. Als „lediger Junglehrer mit Reisekoffer“ kam er am 06.11.1958 mit seinem offiziellen Versetzungsbescheid zum 01.11.1958 (rückwirkend) in der Tasche in den frühen Morgenstunden vom Bahnhof Niederbrechen in Werschau an.

Am 01.11.1958 wurde der bisherige Lehrer Bausch im dienstlichen Interesse an die Volksschule I mit Mittelschulzug Limburg/Lahn versetzt, an seine Stelle tritt der Lehramtsanwärter Ernst Streubel.

E r war vom 06.11.1958 bis 06.04.1964 Lehrer in Werschau. Am 03.11.1960 bestand er in der Werschauer Unterstufe das II. Lehrexamen.

Er wohnte zunächst in einer kleinen Wohnung in der alten Schule, heiratet im Sommer 1960 und wohnt mit seiner Frau Elisabeth geb. Weier (aus Probbach, Oberlahnkreis), eine Altbauwohnung im Hause der Familie Röhrig, Obergasse 19 (heute Ernst Göbel, Hessenstr.). Nach der Geburt des ersten Kindes im Januar 1962 zog er nach Lindenholzhausen.

Er wurde 01.09.1963 als Nachfolger von Rudolf Otto neuer Schulleiter der Schule in Werschau und betreute ab diesem Zeitpunkt die Oberstufe.

Am 06.04.1964 wurde er auf eigenen Wunsch nach Mengerskirchen versetzt, die angenehme schulische Tätigkeit an der Werschauer Volksschule blieb ihm in guter Erinnerung.

Ernst Streubel war von 1964-1994 Lehrer in Mengerskirchen und leitete viele Jahre den Chor.

An seinem 62. Geburtstag wurde er 1994 aus dem Schuldienst entlassen. Beim Festakt griff er zum Taktstock und dirigierte selbst die Ständchen. Anstelle einer Rede setzte er sich an das Klavier und verabschiedete sich auf seine Weise mit Musikstücken, die seine Traurigkeit über den Weggang und seine Freude über die kommenden Jahre ausdrücken sollten.

Zu einem Wiedersehen in Werschau kam es 2015 im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Werschauer Gesprächskreises über die Werschauer Schule.

Im Nachruf der Franz-Leuninger-Schule war zu lesen:

Ernst Streubel war viele Jahre ein wertvoller Teil der Franz-Leuninger-Schule und hat mit seinem Engagement, seiner Freundlichkeit und seiner Musikalität zur Freude unserer Schulgemeinschaft beigetragen. Sein Einsatz für die Schülerinnen und Schüler und seine positive Art werden uns stets in Erinnerung bleiben.“

In der Todesanzeige der Familie war zu lesen:

Wir vermissen seinen Humor, seine Erkenntnisse für das Wesentliche, seine Empathie und seine eigene „Draufsicht“ auf das Leben. In seiner genauen Lehrer-Seele wählte er schon vor 10 Jahren sein Todeszitat aus: „Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut Euch zu lachen. Lasst mir einen Platz zwischen Euch, so wie ich ihn im Leben hatte.“

Quellen: Schulchronik Werschau, Knoten Rundschau Nr. 29/ 94

Verfasser: Ullrich Jung

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