Allgemeiner Umweltschutzverband e. V. (vormals: "Aktion Umweltschutz")

Aus Sorge um die Pflege des entstehenden jungen Waldes in Werschau gründete Bürgermeister Gerhard Beck mit einigen Herren aus den Gemeindegremien und Bürgerinnen und Bürgern aus Werschau, sowie Forstamtmann Karl Schmidt aus Dauborn, die "Aktion Umweltschutz". Die Gründungsversammlung fand statt am 4. Dezember 1971 im Gasthaus "Zur Post" (Familie Urban) in Werschau, was durch alle die Jahre stets das Stammlokal geblieben ist. Am 11.12.1971 wurde ein vorläufiger Vorstand gewählt. Am 9. März 1972 fand die erste Mitgliederversammlung statt, bei der eine Verbandssatzung beschlossen wurde.

Anlass für die Gründung des Verbandes war eben jene Grundsteinlegung für den Werschauer Schutz· und Erholungswald am 08.10.1971, bei der der Bürgermeister die erste Eiche in die Erde setzte. Auf einer Fläche von 17 ha sollte entlang der Autobahn schließlich ein Schutzwald entstehen. In den folgenden Monaten wurden 47 000 Bäume - 37 verschiedene Arten - angepflanzt.

Forstamtmann Karl Schmidt leitete die Aufforstung. Es war zu diesem Zeitpunkt die größte Umweltschutzmaßnahme im damaligen Kreis Limburg.

In den ersten Jahren hatte der neue Grüngürtel bei Werschau Vorrang bei allen Aktivitäten. Für die Mitglieder gab es einiges zu erledigen: Mäusebekämpfung, Mähen des Grases, Eindämmung der Kaninchenplage, Errichtung der Schutzhütte, Einzäunung besonders gefährdeter Flächen, Anbringung und Betreuung von Nistkästen, Neuanlegung oder Ausbesserung von Waldwegen, Vogelfütterung in strengen Wintern, Aufhängen von Plakattafeln über waldgerechtes Verhalten der Spaziergänger, Aufstellung neuer Ruhebänke, die alljährliche Aktion "Saubere Landschaft".

Weitere große Aufforstungen führte der Verband zusammen mit dem Forstamt durch:

1971: Pflanzung des ersten Baumes (17 ha, 47.000 Bäume, Damals die größte Umweltschutzmaßnahme im Kreis Limburg)

1978: Aufforstung an der „Mühlhol“

1984: Aufforstung „Sollgraben“

1989: Aufforstung ehemaliger Dreschplatz

1993: Aufforstung Windwurffläche

2007: Ersatzaufforstung am Weingartenberg (14,5 ha, fast 60.000 Bäume und Sträucher)

An den großen Aktionen waren jeweils bis zu 40 Mitglieder und Helfer beteiligt.

Längst war aus der Aktion Umweltschutz ein "Allgemeiner Umweltschutzverband e. V." entstanden. Die Förderer dieser Idee hatten erkannt: Nur gemeinsam kann man etwas durchsetzen. Die Mitglieder stammten aus Brechen, Hünfelden, Limburg, Runkel, Bad Camberg, Kaltenholzhausen, Wiesbaden, Frankfurt, Heidenrod/Wisper und Limbach/Westerwald. Der ALLGEMEINE UMWELTSCHUTZVERBAND, mit Sitz in Brechen, wurde beim Gericht in Limburg eingetragen und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt.

In seinem Jubiläumsjahr 1996 zählte der Verband mehr als 300 Mitglieder. 30 Jahre lang, von 1971 bis 2001, leitete Gerhard Beck den Verband.

Zu den vielfältigen Aktivitäten des Umweltschutzverbands gehörten die Anpachtung einer Streuobstwiese und deren Pflege, Informationsabende zu umweltrelevanten Themen, Baumschnittkurse, die Förderung umweltgerechter Kindergärten und Schulhöfe, Exkursionen zum Kennen lernen von Pflanzen und Blumen, Eingaben an Politiker und Behörden, Mehrtagesfahrten, gesellige Veranstaltungen, Aufstellen von Ruhebänken und vieles andere mehr. In der Courcy - Anlage in Werschau wurde zur 750 – Jahr – Feier eine Eiche gepflanzt, die prächtig gediehen ist, und im Oberbrechener Wald die historische Läusbuche. Auch auf kulturellen Gebiet hat sich der Allgemeine Umweltschutzverband engagiert, etwa durch die finanzielle Unterstützung der Renovierung des Gefangenenturms in Niederbrechen und der Eichkapelle in Oberbrechen. Historische Gebäude, Mauern, Türme und Kirchen wurden mit Hinweistafeln versehen. Finanziell unterstützt wurde auch die Aktion „Sauberes Brechen.

Dem demographischen Wandel geschuldet ist das Ende des Verbands, der zuletzt zwar noch gut 200 Mitglieder zählte, aber nicht mehr genügend jüngere Leute für die praktische Arbeit hatte, wie sie über Jahre hinweg geleistet wurde. Der Verein hat sich 2007 aufgelöst und satzungsgemäß seine noch vorhandenen finanziellen Mittel der Gemeinde Brechen zukommen lassen, die sie treuhänderisch den Vereinszwecken entsprechend für Landschaftspflege und Umweltschutz zu verwenden hat.

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